Montag, 11. Januar 2016

Essbare Lilien und meine erste Hochzeitstorte

Heute habe ich mal etwas für euch, worauf ich echt stolz bin! 

Der Cousin meines Mannes hat seine Liebste nach einigen gemeinsamen Jahren nun endlich DIESE EINE Frage gestellt. Natürlich hat Sie Ja gesagt. Welche Frau wünscht sich nicht, mal den Mann zu heiraten, den man liebt.

Er hat dann auch gleich meinen Mann gefragt, ob er Trauzeuge werden möchte und schon ging das Planen für den Junggesellenabschied und so los. Nach ein Paar Wochen fragte Sie mich, ob ich denn Lust hätte ihre Hochzeitstorte zu machen! Ich habe mich gefreut wie so ein Schneekönig, hatte aber auch gleichzeitig Angst das zu vermasseln. 


Nachdem ich wusste welche Füllungen sie gerne mögen und wie groß die Torte sein soll ging es an die Optik. Sie hatte als Brautstrauß und als Dekoration im Raum weiße Lilien geplant, also habe ich mich bei der Torte auch daran gehalten. Sie wollte sonst eine schlichte Weiße haben.


Ich habe nun in tagelanger Arbeit einige essbare Lilien hergestellt. Sie sahen in meinen Augen gar nicht mal so gut aus, aber eine bekannte Floristin meinte die wäre einfach Klasse. Selbstbewusstsein mal wieder gestärkt ging es dann tagelang mit dem Lilien basteln weiter.




3 Tage vor der Hochzeit fing ich dann an die Torten zu backen. Das waren insgesamt 12 Bisquitböden in 4 verschiedenen Größen. Außerdem hab ich noch alles für die Füllungen vorbereitet. Die oberste war Himbeer, dann kam Nuss, Erdbeer und die unterste war Schokoladenbuttercreme. 

Mein Kühlschrank war 3 Tage komplett belegt und kaum anderweitig nutzbar, aber wer braucht schon Wurst und Käse zu Hause. xD

Am Tag vor der Hochzeit habe ich dann alles mit Fondant eingedeckt und Schleifenband befestigt. Als ich dann alle Stützen untergebracht hatte und mir sicher war, dass das so passt habe ich die Torte gestapelt.

Nun stand noch der Transport an. Ich sag euch ich war nie angespannter. Ich saß mit einer 4-stöckigen, aufgestapelten Torte in einer Isolier-Kiste auf der Rückbank unseres Autos und habe bei jeder Kurve fast einen Herzinfarkt bekommen. Als wir dann die Torte Heile abgestellt hatten hab ich erst mal eine rauchen müssen vor Erleichterung. ;-D



Kurz nach der Kirche habe ich dann noch die Torte auf einen Wagen gestellt, die Blumen, die Figur und die Fontänen befestigt und auf mein Zeichen gewartet. Die liebe Braut hatte sich nämlich auch noch ausgedacht, dass ich die Torte doch selber reinfahren und präsentieren soll. 

Ich stand da nun mit dem Feuerzeug im Anschlag und habe auf die ersten Takte von Vangelis "Conquest of Paradise" gewartet.

Als ich dann endlich rein durfte war ich sooo aufgeregt und alle haben Fotos gemacht. Ich habe einige gehört, die begeistert waren und andere, die sich gewundert hatten, dass ich sowas kann. Es war einfach toll. Noch nie hab ich so viel Lob für etwas bekommen. Ich war sooo stolz!! 
Geschmeckt hat sie zum Glück auch noch und war bis auf einige wenige Stücke recht schnell aufgegessen.

Die frisch gebackenen Eheleute waren auch hin und weg und haben sich mehrmals bedankt. Vielen Dank, dass ich so ein großer Teil eurer Hochzeit sein durfte. Auch wenn es eine große Verantwortung war hat es doch riesigen Spaß gemacht.